„Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Berichtsjahr 2024“
Im Januar 2025 widmete sich unser Arbeitsschutzreport dem Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2023“ (SuGA) der Bundesregierung und so wollen wir nun betrachten, welche Entwicklungen sich nach 1 Jahr – mit dem Blick auf das Berichtsjahr 2024 – zeigen.
Kurzer Rückblick auf das Berichtsjahr 2023
Nach der Corona-Pandemie war ein Rückgang der Berufskrankheiten zu verzeichnen.
Infektionskrankheiten blieben mit 54.165 Fällen zwar weiterhin die häufigste anerkannte Berufskrankheit, doch insgesamt zeigten die Zahlen eine rückläufige Entwicklung. Die meisten Todesfälle durch Berufskrankheiten (62 %) standen im Zusammenhang mit Asbest. Zudem zeigte sich ein Rückgang der anzeigepflichtigen Arbeitsschutzreport Arbeitsunfälle (1.025.389) sowie der Arbeitsunfälle mit Todesfolge (724).
Im Folgenden wird erläutert, wie sich diese Zahlen entwickelt haben und welche neuen Trends erkennbar sind.
Was umfasst der SuGA-Bericht?
Der SuGA-Bericht basiert auf den Auswertungen der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften und Unfallkassen) sowie der Arbeitsschutzbehörden der Bundesländer (z. B. Gewerbeaufsichten und Ämter für Arbeitsschutz). Er bietet jährlich einen umfassenden Überblick über die Entwicklungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz in Deutschland und vereint statistische Daten zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten mit Analysen ökonomischer Rahmenbedingungen. Ergänzt werden diese Informationen durch Berichte zentraler Akteure des Arbeitsschutzes, insbesondere der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), der Länderbehörden und der Unfallversicherungsträger.
Berufskrankheiten
Während die Corona-Pandemie in den Vorjahren das Berufskrankheitengeschehen stark beeinflusste, zeigen die aktuellen Zahlen einen deutlichen Rückgang. So ist die Zahl der anerkannten Infektionskrankheiten von 181.496 Fällen im Jahr 2022 auf 6.529 (2024) gefallen. Damit liegt Lärmschwerhörigkeit wieder an der Spitze der häufigsten Berufskrankheiten, auf Platz 3 bleibt Hautkrebs durch UV-Strahlung.
Mit dem Rückgang der Infektionskrankheiten ist die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten im Vergleich zum Vorjahr um 60,9 % gesunken. Die Todesfälle infolge von Berufserkrankungen bleiben weitgehend unverändert, wobei der Großteil weiterhin asbestbedingten Erkrankungen zuzurechnen ist.
Arbeitsunfälle
Auch im Bereich der Arbeitsunfälle setzt sich der rückläufige Trend fort. Die Zahl der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle zeigt sich 2024 auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Allein die tödlichen Arbeitsunfälle ohne Wegeunfälle gingen um 11,8 % zurück.
Schwerpunktthema 2024: Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt
Die Arbeitswelt bietet vielfältige Ansatzpunkte zur Förderung psychischer Gesundheit, unter anderem durch Arbeitsschutz, betriebliche Gesundheitsförderung, arbeitsmedizinische Vorsorge sowie Früherkennung und Unterstützung bei gesundheitlichen Belastungen. Der Schwerpunkt 2024 beleuchtet aktuelle Entwicklungen in diesem Handlungsfeld anhand von drei Beiträgen.
Der erste Beitrag stellt die Ergebnisse der Politikwerkstatt „Psychische Gesundheit“ im Rahmen des Programms „ARBEIT: SICHER + GESUND“ vor und hebt die Bedeutung einer besseren Vernetzung betrieblicher Präventionsmaßnahmen hervor. Trotz erster Fortschritte bestehen weiterhin praktische, finanzielle und rechtliche Hürden. Der Abschlussbericht der Politikwerkstatt, der „Präventionsguide Psyche“ sowie begleitende Aktivitäten des BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) sollen die Prävention psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz weiter stärken.
Der zweite Beitrag zeigt, dass hohe Arbeitsintensität trotz einzelner Rückgänge weiterhin weit verbreitet ist und insbesondere Multitasking zugenommen hat. Besonders betroffen sind Frauen, Vollzeitbeschäftigte, Beschäftigte im mittleren Erwerbsalter sowie Führungskräfte. Ein erhöhter Handlungsbedarf besteht zudem in mehreren Wirtschaftszweigen, darunter Gesundheits- und Sozialwesen, Gastgewerbe sowie Verkehr und Lagerei.
Der dritte Beitrag macht deutlich, dass Mobbing alle Betriebsgrößen und Hierarchieebenen betrifft, jedoch besonders häufig bei jüngeren Beschäftigten, Auszubildenden sowie Arbeiterinnen und Arbeitern, insbesondere in Leih- und Zeitarbeit, auftritt.
Mobbing steht in engem Zusammenhang mit psychischen Belastungen und negativen Auswirkungen auf Arbeitszufriedenheit und Arbeitsfähigkeit und unterstreicht die Notwendigkeit wirksamer betrieblicher Präventionsmaßnahmen.
Wir haben für Sie eine detaillierte Übersicht über die wichtigsten Kennzahlen und Ergebnisse des SuGA-Berichts 2024 zusammengefasst:
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Verfasser:
Robert Wendt